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Montag - 26.5.2025

Am Montag hatten wir zum ersten Mal Chinese Culture. Es ging um chinesische Werte und unsere bisherigen Erfahrungen mit der Kultur. Bsonders interessant war eine Liste mit typischen Verhaltensweisen, die vielen Ausländer:innen auffallen und ehrlich gesagt, auch mir zunehmend auf die Nerven gehen:

Aber der bisherige Höhepunkt: Jemand hat sich während der Vorlesung die Fußnägel geschnitten und die Nägel einfach auf den Boden geworfen.

Nach dem Kurs haben wir die Dozentin (, die auch Leiterin des IPO ist,) gefragt, ob es sich lohnt, für das bevorstehende Drahenbootfest am Wochenende in Shanghai zu bleiben. Ihre Empfehlung: Lieber die freie Zeit für eine Reise nutzen. Kurz darauf haben wir dann entschieden nach Chongqing zu fliegen.

Später traf ich mich mit meinem Projektpartner für das Computer Vision Projekt. Sein gesprochenes Englisch ist nicht ganz so stark, wie ich erhofft hatte. Mal sehen, wie gut die Zusammenarbeit klappt. Da uns noch Informationen zu den Projektanforderungen fehlen, beschlossen wir, die nächste Vorlesung abzuwarten.

Am Abend war ich mit einer Gruppe internationaler Austauschstudierender essen, die bereits seit Februar hier sind und alle nicht von der UM sind.

Dienstag - 27.5.2025

Dienstag war Vorlesungstag. Wie gewohnt technisch, wie gewohnt eher langweilig. Deshalb habe ich beschlossen, am Freitagabend nach Chongqing zu fliegen und bis Dienstag dortzubleiben, auch wenn ich dadurch die Vorlesungen verpasse.

Früher kann ich leider nicht los, da am Freitag das Data Science Lab stattfindet. Offiziell geht das Lab bis 16:45 Uhr und es herrscht Anwesenheitspflicht (die Teilnahme geht in die Endnote ein). Letztes Mal war es aber deutlich kürzer.

Da diese Woche viele Deadlines anstehen (Hausaufgaben und das Project Proposal für Computer Vision), wurde es etwas stressig. Nach den Vorlesungen ging es deshalb direkt in den Study Room, wo ich bis spät abends an den Hausaufgaben gearbeitet habe.

Ich habe außerdem eine Projektidee ausgearbeitet, die spannend ist und gut zu meinem Studium in München passt. Mein Projektpartner fand sie auch gut, was aber auch daran liegen kann, dass er, wie die meisten Chinesischen Studierenden hier, ziemlich schüchtern und leise ist und deshalb einfach ja gesagt hat. Also habe ich dem Professor geschrieben, um sicher zu gehen, dass sie seinen Erwartungen entspricht. Leider gibt es immernoch kaum konkrete Infos und das Proposal muss am Sonntag abgegeben werden.

Mittwoch - 28.5.2025

Am Mittwoch ging es in Chinese Culture um die kulturellen und geografischen Unterschiede zwischen den Regionen Chinas.

Danach ging es direkt wieder in den Study Room. Dort habe ich alle Hausaufgaben fertiggestellt und es fehlt nur noch das Proposal.

Am Abend kam dann die erlösende Nachricht vom Professor: Die Projektidee passt zu seinen Erwartungen.

Donnerstag - 29.5.2025

Am Donnerstag hat sich jemand gemeldet, der unserer Projektgruppe für Computer Vision beitreten möchte. Das reduziert den Arbeitsaufwand für uns erheblich.

Nach den Vorlesungen (heute war Computer Vision endlich mal interessant!) ging es wieder zum Study Room, wo ich mir ein Project Proposal aus dem Ärmel geschüttelt hab.

Am Abend traf ich mich dann mit der TUM-Austauschstudentin, die seit Februar hier ist. Wir aßen zusammen in einer Mensa im Süd-Westen des Campus. Dort ist es wirklich schön und man bekommt auch nach 19 Uhr noch etwas zu essen. Sogar einen McDonald's gibt es dort.

Anschließend fuhren wir in die sogenannte "Lake Library", wo ich das Proposal finalisiert habe.

See Bibliothek

Zurück im Wohnheim habe ich dann mit dem Packen für die Reise nach Chongqing begonnen.

Freitag - 30.5.2025

Am Freitag konnte ich ausschlafen, da das Data Science Lab erst um 14:00 Uhr beginnt. Nachdem ich wach geworden bin, habe ich meine Tasche weiter gepackt, bin in die Mensa gefahren und dann in einem Lernraum noch ein paar Sachen für Sailsetters erledigt.

Das Lab selbst war (mal wieder) ein Witz: 30 Minuten insgesamt. 20 Minuten leise Erklärungen von einer TA zu einer Code-Datei (die ohnehin schon kommentiert war) und 10 Minuten "Participation Quiz". Das Quiz ist eine reine Anwesenheitskontrolle, die Antworten werden nämlich nicht bewertet.

Komplette Zeitverschwendung also. Und nur deshalb konnte ich nicht schon am Donnerstagabend losfliegen. Ich will mich mal erkundigen, wie ich hier der Professorin Feedback geben kann. Es wäre wirklich schade, den Rest des Semesters, wegen sowas, keine verlängerten Wochenenden für Reisen nutzen zu können.

Da ich den Flug nicht nach vorne verlegen konnte und deshalb viel mehr Zeit bis zum Flug hatte als erwartet, habe ich mir für 15€ Zugang zur Flughafenlounge gekauft um dort die Zeit zu überbrücken.

Also habe ich meine Tasche gepackt, den Müll rausgebracht und ein Didi zum Flughafen gerufen.

Baustellen

Flughafen

Die Lounge war leider im Grunde ein glorifiziertes All-you-can-eat-Buffet. Aber wenigstens war sie bequem.

Flieger

Der Flug nach Chongwing dauerte etwa 2,5 Stunden und war sehr turbulent. Der Flieger war allerdings ziemlich leer und beim Landeanflug hatte ich einen tollen Ausblick auf die Stadt. Interessanterweise ist der Konsum von Alkohol auf Inlandsflügen in China verboten.

Ausblick

Im Flughafen sah ich dann gleich wie eine Frau auf den Boden gespuckt hat.

Um zum Hotel zu kommen habe ich mir dann wieder ein Didi gerufen. Während ich in der Wartezone stand, habe ich dann einen Anruf von der Fahrerin bekommen. In meinem gebrochenen Chinesisch habe ich ihr gesagt, dass ich kein Chinesisch spreche und daraufhin hat sie dann 2 Minuten lang auf chinesich rumgeschimpft. Das einzige Wort, das ich raushören konnte, war das Wort für "Englisch". Nachdem ich aufgelegt habe, hat sie mir dann Bilder vom Parkplatz auf dem sie steht geschickt. Da ich keine Ahnung hatte, wie ich da hin kommen sollte, habe ich zwei älteren Chinesen die Bilder gezeigt in der Hoffnung, dass sie mir wenigstens zeigen in welche Richtung ich laufen muss. Nachdem sich die beiden ein wenig darüber gestritten haben, wo ich hin muss, haben sie dann in eine Richtung gezeigt und ich bin los gelaufen. Nachdem ich ein wenig gesucht habe, konnte ich dann endlich die Fahrerin finden und es ging zum Hotel.

Das Hotel war dieses Mal viel besser als das Hostel vom letzen Wochenende. Das Highlight: ein Klo mit eingebautem Bidet, Sitzheizung und Belüftung.

Flur

Zimmer

Klo

Dusche

Samstag - 31.5.2025

Am Samstag war das erste Ziel das Kuixing-Gebäude. Congqing ist dafür bekannt, dass man oft nicht sicher sein kann, ob man auf festem Boden steht oder auf dem Dach eines Hochhauses. Auf dem Kuixing-Gebäude scheint es einem, wie als würde man auf einem ganz normalen Platz in der Stadt stehen. Geht man jedoch zu einem Ende des Platzes, kann man über 20 Stockwerke in die Tiefe schauen.

Chongqing

Chongqing

Kuixing

Dann ging es weiter zu einem alten Stadttor. Auf dem Weg entdeckten wir noch eine Kirche, die aber leider geschlossen war.

Kirche

Stadttor

Stadttor

Stadttor

Als nächstes ging es dann zum Mountain Village. Das Mountain Village ist eine kleine Fußgängerzone mit vielen kleinen Geschäften am Hang eines Hügels.

Nach dem Stadttor ging es dann zum Mountain Village. Das Mountain Village ist eigentlich einfach eine Straße mit vielen kleinen Geschäften am Hang von einem Hügel.

Mountain Village

Mountain Village

Nachdem wir ein wenig reumgeschlendert sind, haben wir die U-Bahn zur Huguang Guild Hall gefahren. Da Chongqing sehr hügelig ist, muss man manchmal sehr tief unter die Erde, um mit der U-Bahn zu fahren. Die Guild Hall ist ein Geäude Komplex, der über 200 Jahre lang als Zentrum für Kultur, Handel und Gemeinschaft diente.

Guild Hall

Guild Hall

Guild Hall

Guild Hall

Guild Hall

Abends überquerten wir den Fluss und bestaunten die beleuchtete Skyline von Chongqing.

Skyline

Skyline

Wir wollten in der Hongya Cave (die orange beleuchteten Gebäude) Hotpot essen, da dieser angeblich in Chongqing entstanden ist. Leider war es aber viel zu voll und wir hätten Schlange stehen müssen um in das Areal zu kommen. Stattdessen fanden wir ein anderes Restaurant und haben dort dann sehr scharfen Hotpot gegessen. Chongqing ist in der Sichuan Region, die (selbst unter Chinesen) für ihr besonders scharfes Essen bekannt ist. Chongqing-Schärfe ist jedoch eine andere als die, die wir gewohnt sind. Sie ist eher betäubend als schmerzend.

Danach ging es dann zurück ins Hotel, da der nächste Tag früh beginnen sollte.

Night

Night

Night

Sonntag - 1.6.2025

Am Sonntag war der Wecker auf 6:00 Uhr gestellt. Es ging nämlich nach Wulong in einen Nationalpark zu den "Three Natural Bridges".

Die Zugfahrt nach Wulong dauerte etwa 1 Stunde und 40 Minuten.

Zug

Vor dem Bahnhof erwartete uns ein ganzes Rudel Taxifahrer, die alle den besten Preis für die Fahrt zum Nationalpark hatten. Wir haben aber erstmal Frühstück gesucht. Dann haben wir einen Fahrer gefunden, der uns günstig zum Nationalpark gefahren hat.

Fahrer

Tourist Center

Nach einem Zwischenstop im Tourist Center um Tickets zu kaufen, ging weiter zu den Three Natural Bridges. Die Natur war beeindruckend: Felsformationen von über 200 Metern Höhe, duch die man wandern kann. Der Ort is vor allem bekannt dafür, dass hier einige Szenen für Transformers 4 gedreht wurden.

National Park

National Park

National Park

National Park

National Park

National Park

National Park

National Park

National Park

National Park

National Park

Nachdem wir durch den Nationalpark gewandert sind, haben wir entschieden mit dem Zug zurück nach Chongqing zu fahren. Leider haben wir nur Stehplätze bekommen.

Als erstes mussten wir aber wieder zum Bahnhof kommen. Also haben wir einen Shuttlebus genommen, von dem wir dachten, dass er uns wieder zurück zum Tourist Center fährt. Nach 30 Minuten fahrt wurden wir aber ein wenig skeptisch, ob es auch wirklich dahin geht, wo wir hinwollen. Der Bus hat uns ein einem völlig anderen Ort abgesetzt!

Zm Glück war dort dann zufällig der Fahrer von vorhin. Er brachte uns mit sinen etwas (ziemlich) riskanten Fahrkünsten gerade noch rechtzeitig zum Bahnhof. Der Zug hatte glücklicherweise 10 Minuten Verspätung. Ich glaube wir hätten es sonst nicht in den Zug geschafft.

Zug

Im Zug sind wir dann ins Bordbistro gelaufen, weil wir dachten, dass es dort vielleicht Sitzgelegenheiten gibt. Aber es gab keine. Nachdem wir uns ein wenig mit dem Mann hinter der Theke unterhalten haben, hat er uns dann jeweils einen großen Mülleimer gegeben, den wir auf den Kopf gestellt haben um uns draufzusetzen. Nicht wirklich komfortabl, aber immerhin mussten wir nicht 2 Stunden lang stehen.

Zurück in Chongqing schafften wir es abends noch in die Hongya Cave. Wir aßen dort zu Abend und ließen den Tag entspannt ausklingen.

Cave

Cave

Cave