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Mittwoch - 7.5.2025
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Tag der Abreise:
Meine Reise begann etwa um 15:40 mit einem Flug in einer Airbus A380-800 nach Dubai. Das Flugzeug ist wirklich riesig. Es hat zwei Stockwerke, wirkt aber trotzdem sehr geräumig, was wahrscheinlich an den hohen Decken liegt. Außerdem ist es auch sehr leise, denn obwohl ich direkt über der Turbine saß, konnte ich sie kaum hören. Der Flug dauerte ca. 6 Stunden und nach meiner Ankunft in Dubai musste ich ungefähr 3,5 Stunden auf den Anschlussflug nach Shanghai warten.
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Donnerstag - 8.5.2025
Flug nach Shanghai
Der Flug nach Shanghai fand in einer nicht ganz so großen Maschine statt, die noch dazu sehr laut war. Ich habe während der 8 Stunden Flug zwar trotzdem schlafen können, es war aber weder gemütlich noch erholsam.
Ankunft und Abholung
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Ich bin um ca. 15:30 Ortszeit in am Pudong International Airport in Shanghai gelandet. Eigentlich habe ich erwartet, dass es sehr sonnig und warm wird, ich wurde aber von Regen und Wind empfangen. Am Flughafen habe ich mir dann als allererstes WLAN organisiert, wofür ich meinen Reisepass einscannen musste. Zuerst ging es zur Passkontrolle und dann zum Gepäckband, wo mein Koffer schon auf mich wartete.
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Als ich durch den Ausgang gegangen bin, musste ich erstmal eine Weile warten und habe dann eine andere Austauschstudentin von der University of Michigan getroffen. Nach ca. 30 Minuten wurden wir dann von einem Buddy abgeholt, mit dem wir dann noch 2 Stunden am Flughafen rumgelaufen sind und noch zwei weitere UM Studenten abgeholt haben.
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Fahrt und Ankunft im Dorm
Um zum Wohnheim zu kommen, mussten wir zuerst 40 Minuten mit der U-Bahn fahren. Als wir dann endlich aus der U-Bahn ausgestiegen sind, konnte einer der Amerikaner nicht schnell genug aussteigen, weil sein Weg blockiert war. Da er keine SIM-Karte hatte, konnten wir nicht kommunizieren und er war dann erstmal weg. Wir haben entschieden, die nächste Bahn zu nehmen und zur nächsten Station zu fahren, wo er dann zum Glück auf uns gewartet hat.
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Als wir dann zurück zu unserer Station gefahren sind, haben wir uns drei DiDi (chinesisches Uber-Äquivalent) bestellt und 20 Minuten zum Dorm gefahren.
Im Wohnheim angekommen, mussten wir uns dann erstmal registrieren. Da man nur mit einem Gesichtsscan ins Gebäude kommt, mussten wir dabei auch ein Foto von unserem Gesicht hochladen. Während der Registrierung habe ich dann den einzigen weiteren deutschen Studenten in meinem "Batch" kennengelernt. Er studiert Maschinenbau in Erlangen.
Dann habe ich die Schlüsselkarte für mein Zimmer im 14. Stock bekommen und mir das Zimmer angeschaut. Das Zimmer ist sehr klein und war, obwohl es eigentlich hätte gereinigt werden sollen, sehr staubig und dreckig. Die Matratze ist sehr hart und es fühlt sich, wie als würde man auf einem Brett schlafen (original chinesisch also). Trotzdem habe ich bisher tatsächlich immer gut geschlafen und bin nie mit Rückenschmerzen aufgewacht.
Da es im Zimmer kein Klopapier gab, haben wir uns zunächst auf die Suche danach gemacht. Unter dem Wohnheim in der (halb offen liegenden) Tiefgarage gibt es einen zwar neben einer Mensa, einem Fitnessstudio und einem Waschraum auch einen kleinen Supermarkt. Uns wurde zwar gesagt, dass es dort Klopapier gibt, aber als wir dort ankamen, war es ausverkauft. Also mussten wir zum sogenannten "Magic Plaza", um dort dann jeweils eine Rolle Klopapier zu kaufen und Abend zu essen.
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Da sowohl Strom als auch Warmwasser für das Zimmer Prepaid sind und ich nicht wusste, wie man das Warmwasser auflädt, habe ich erstmal kalt geduscht. Gegen 2 Uhr nachts konnte ich dann endlich schlafen gehen.
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Freitag - 9.5.2025
Nach einer relativ kurzen Nacht musste ich um kurz vor 8 Uhr aufstehen, um mich mit meinem Buddy zu treffen.
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Wir haben uns in einer größeren Gruppe auf den Weg zum Campus gemacht, um dort SIM-Karten zu kaufen. Die SIM-Karten brauchten wir nicht nur, um außerhalb des Wohnheims Internet zu haben, sondern auch, weil man zum Eröffnen eines chinesischen Bankkontos eine chinesische Telefonnummer braucht. Die Telefonverträge waren überraschend günstig und wir haben uns für einen Vertrag mit 30 GB Datenvolumen pro Monat entschieden, der 40 RMB (ca. 5 Euro) kostet. Da die neueren iPhones in den USA keinen SIM-Karten-Slotmehr haben, sondern nur noch eSIMs, mussten sich viele Amerikaner noch ein günstiges chinesisches Handy kaufen.
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Als nächstes sind wir dann zur Bank gegangen, um uns dort in eine Excel-Tabelle einzutragen, damit für uns Konten eröffnet werden können. Da wir nicht gefrühstückt hatten, sind wir danach in eine der sieben Mensen auf dem Campus gegangen. Vor der Mensa steht ein Waschbecken, an dem man sich die Hände waschen kann. Das Essen in der Mensa ist extrem günstig und die Auswahl ist groß. Es kostet etwa ein Achtel von dem, was es in München kostet.
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Nach dem Mittagessen sind wir dann zur Orientation in das Gebäude des Joint Institute gelaufen. Dort wurde uns dann alles Wichtige zum Studium erklärt und wir haben Merch bekommen. Währenddessen konnte man sich auch noch mal für Kurse anmelden. Ich habe versucht, mich für den Computer Vision Kurs anzumelden, aber das System schien kaputt zu sein, denn ich konnte mich weder anmelden, noch auf die Warteliste schreiben kann.
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Nach der Orientation sind wir dann wieder zum Magic Plaza gefahren, um dort beim "Wumart" Sachen für unsere Zimmer zu kaufen. Neben Klopapier, einem Handtuch und Seife habe ich mir auch eine Toilettenbürste gekauft. Hinterher ist mir dann aufgefallen, dass das Behältnis, in dem die Bürste steht, Löcher im Boden hat. Da muss ich mir noch was überlegen, damit das Wasser nicht unten rausläuft.
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Nachdem wir uns dann noch zusammen mit unserem Buddy ein wenig am Magic Plaza umgeschaut haben, haben wir gemeinsam Dumplings gegessen und sind zurück ins Dorm. Dort hab ich dann noch bis 2 Uhr mein gesamtes Zimmer gereinigt und bin dann ins Bett.
Samstag - 10.5.202
Campus-Tour
Der Samstag begann nach einem warmen Frühstück mit einer Campus-Tour mit unserem Buddy. Die Hauptfortbewegungsmittel hier scheinen Mietfahrräder und Mopeds zu sein. Die Mietfahrräder sind extrem günstig (1,5 RMB pro 15 Minuten glaube ich), vor allem wenn man sich einen Wochen- oder Monatspass holt. Ich habe mir für ca. 6 Euro einen 90-Tage-Pass gekauft. Also haben wir uns alle ein Mietfahrrad geschnappt und sind losgefahren. Interessanterweise können einige der amerikanischen Studenten nicht Fahrrad fahren und müssen es erst lernen.
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Wir sind durch das sogenannte Temple Gate auf den Campus gefahren und haben uns von unserem Buddy die wichtigsten Orte zeigen lassen.
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Der Campus ist wirklich beeindruckend. Er ist ca 3,2 km² (~1,4 km × 2,3 km) groß und wirkt wie eine kleine Stadt. Es leben ca. 20.000 Studierende auf dem Campus und sie haben alles, was sie zum Leben brauchen. Supermärkte, ein Krankenhaus, Restaurants, Cafés, mehrere Parks, kleine Seen und sogar ein Stadion gibt es hier. Mein Wohnheim (Nanyang Beiyuan) ist nicht auf dem Campus, sondern im International-Campus nördlich vom Campus. Dort Wohnen Internationale Studierende, Professoren und Mitarbeiter.
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Shanghai Downtown - Der Bund
Nach der Campus-Tour haben wir uns mit der U-Bahn auf den Weg in die Stadt gemacht. Dort haben wir uns mit einem Freund aus München getroffen, der auf dem Weg von Taiwan nach München einen 10 Stunden Layover in Shanghai hatte. Wir sind ungefähr 50 Minuten mit der U-Bahn zum Peoples Square gefahren und haben uns dann dort getroffen. Die U-Bahn Station Peoples Square liegt direkt an der berühmten Nanjing Road, einer langen Fußgängerzone mit vielen bunt beleuchtenden Geschäften und Einkaufszentren.
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Wir sind gemeinsam die Nanjing Road entlanggelaufen, bis wir am Bund angekommen sind, wo man über den Hangpu-Fluss auf die beeindruckende Skyline von Shanghai blicken kann.
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Während man auf der Nanjing Road läuft, wird man ständig von Menschen angesprochen, die einem gefälschte Uhren und Kleidung verkaufen wollen. Auf dem Rückweg haben wir uns entschieden, auf so ein Angebot einzugehen und uns die Uhren mal anzuschauen. Wir haben also einem Mann, der uns angesprochen hat, gesagt, dass wir Interesse haben und er hat uns aufgefordert, ihm zu folgen. Wir sind ihm ca. 5 Minuten gefolgt, bis er uns in ein Hotel führte, wo er wollte, dass wir ihm in ein Hotelzimmer folgen. Da haben wir uns direkt umgedreht und sind gegangen. Er ist uns noch ein paar Minuten gefolgt und hat uns ständig zugerufen, dass wir zurückkommen sollen. Als wir ihn endlich losgeworden waren, haben wir uns ein DiDi gerufen und sind 40 Minuten zurück ins Wohnheim gefahren.
Sonntag - 11.5.2025
Da am Montag die Vorlesungen anfangen, haben wir am Sonntag zuerst nachgeschaut, wo unsere Kurse stattfinden und sind dann zu den Hörsälen gefahren, damit wir den Weg dahin lernen. Meine aktuelle Kursliste sieht wie folgt aus:
- Applied Regression Analysis (STAT 4130J)
- Data Science and Analytics using Python (STAT 4710J)
- Chinese Language Level 3 (CHN 0310J & CHN 0320J)
- Introduction to Chinese Culture (CHN 1020J)
Mir wurde jedoch erzählt, dass der Chinesischkurs eher für Fortgeschrittenere sei und nicht auf Englisch unterrichtet. Mal schauen wie das wird.
Basketballspiel: Shanghai Jiaotong University vs. Taiyuan Institute of Technology
Am Abend wurden wir dann zu einem Basketballspiel der Herrenmannschaft der Uni eingeladen. Das Spiel war besonders wichtig, da es um den Einzug in die Finals ging. Die Stimmung im Stadion war sehr gut und das Spiel war extrem spannend. Bis zum letzten Quarter waren beide Teams gleichauf, doch dann konnte sich das SJTU-Team durchsetzen und hat mit einem Punktestand von 78 zu 65 gewonnen.
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Nach dem Spiel haben wir dann zum ersten Mal nicht chinesisch gegessen und sind zum nächsten McDonald's gefahren. Das war dann auch die bisher teuerste Mahlzeit, die ich hatte (ca. 6 Euro für ein Menü).